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Unsere Vision für mehr Beteiligung

Bevölkerungs-, Patient:innen- und Selbsthilfebeteiligung an der GÖG

Die Beteiligung von Bürger:innen, Patient:innen und Organisationen an gesundheitspolitischen Entscheidungen ist ein wichtiges Prinzip, um den „höchstmöglichen Gesundheitsstandard“ zu erreichen. Die World Health Organization (WHO) betont die Bedeutung von Mitbestimmung im Gesundheitswesen. Beteiligung ist außerdem ein zentrales Element guter Steuerung, der Gesundheitsförderung und der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit.

Beteiligung hat viele positive Wirkungen. Sie kann zu besseren und passenderen Entscheidungen führen, demokratische Werte stärken und Menschen darin unterstützen, ihre Interessen selbstbewusst zu vertreten.

Wir nehmen Partizipation ernst – mit all ihren Chancen, aber auch mit ihren Herausforderungen, etwa wenn es um Machtverteilung oder unterschiedliche Interessen geht. Deshalb möchten wir neue Räume für Dialog und gemeinsame Reflexion schaffen. So wollen wir lernen, wie Bevölkerungs-, Patient:innen- und Selbsthilfebeteiligung im Gesundheitswesen wirksam und zum Nutzen aller umgesetzt werden kann.

Mit dem lernenden Dokument „Bevölkerungs-, Patient:innen- und Selbsthilfebeteiligung an der GÖG“ möchten wir für die interessierte Öffentlichkeit, Kooperationspartner und GÖG-Mitarbeiter:innen transparent beschreiben, wie wir Beteiligung umsetzen und den Kulturwandel zu mehr Teilhabe und Mitsprache im Gesundheitswesen aktiv mitgestalten.

Warum ist Beteiligung wichtig ?

Beteiligung ermöglicht es Menschen, ihre Perspektiven, Erfahrungen und Bedürfnisse bei politischen Entscheidungen oder bei der Planung und Umsetzung von Angeboten im Gesundheitsbereich einzubringen. Die Perspektive der Bevölkerung bzw. einzelner Bevölkerungsgruppen in kollektiven Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen trägt dazu bei, dass Entscheidungen und Maßnahmen bedarfsgerecht gestaltet und wirksam sind und die soziale Einflussnahme auf den Entscheidungsprozess erweitert wird.

Beteiligung fördert Transparenz und unterstützt die gesundheitliche Chancengerechtigkeit. Sie kann damit auch zur Stärkung des Vertrauens in die Institution beitragen.

Unterschiedliche Ebenen der Beteiligung werden im Modell von Straßburger und Rieger (2019) aus der Perspektive der Institution (z. B. Verwaltung, Politik, Forschung) und der Perspektive der Bürger:innen betrachtet. Das Modell zeigt, wie stark Beteiligung jeweils ausgeprägt ist, von geringer bis zu sehr hoher Mitwirkung.

Möglichkeiten von Bevölkerungsbeteiligung für Umsetzer:innen und Entscheidungsträger:innen

  • Die inhaltliche Entscheidungsgrundlage durch das Erfahrungswissen aus der Bevölkerung zu erweitern und so zu mehr Qualität, Effektivität und Bedarfs- und Bedürfnisgerechtigkeit beitragen
  • Durch Einbeziehung der Bevölkerung das Gesundheitssystem gesundheitskompetenter machen
  • Beziehungen und Vertrauen aufbauen
  • Durch Einbeziehung Solidarität in der Gesellschaft stärken
  • Legitimation, Akzeptanz und Zufriedenheit der Entscheidung erhöhen
  • Beitrag zu gesundheitlicher Chancengerechtigkeit leisten

Möglichkeiten der Beteiligung für die Bevölkerung bzw. beteiligte Bevölkerungsgruppen

  • Erfahrungen bzw. die Erfahrungen der zivilgesellschaftlichen Organisation in den Entscheidungsprozessen einbringen.
  • Einblicke in aktuelle Themen des Gesundheitssystems oder ausgewählten Teilbereichen erhalten und neue Menschen kennenlernen
  • Beitrag zur Verbesserung des Gesundheitssystems oder ausgewählter Teilbereiche leisten