
Wie sollen Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen gestaltet sein?
Lass uns wissen, wie Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen gestaltet werden sollen!
2024 wurden auf Basis von Strategien und in Workshops mit jungen Menschen sowie mit Expertinnen und Experten Ideen gesammelt, wie die psychische Gesundheit junger Menschen gestärkt werden kann.
Wir möchten nun von Dir wissen:
Wie können Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit so umgesetzt werden, dass junge Menschen davon am meisten profitieren?



Phasen
Ergebnisse der Umfrage
Hier findet Ihr ab Mitte Juli die Ergebnisse der Umfrage und Eure Antworten auf die Frage, wie Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit für junge Menschen gestaltet sein sollen.
Eure Antworten werden bei der Weiterentwicklung von Programmen zur Förderung der psychischen Gesundheit des Fonds Gesundes Österreich und der Agenda Gesundheitsförderung einfließen.
Ergebnisse der Umfrage
2024 wurden vom Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung, im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz auf Basis von relevanten Strategien und in Workshops mit jungen Menschen sowie mit Expertinnen und Experten Ideen gesammelt, wie die psychische Gesundheit junger Menschen gestärkt werden kann.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind vielseitig und behandeln unterschiedlichste Aspekte der Lebenswelten junger Menschen. Ein Thema, das von jungen Menschen und von Expertinnen und Experten, als wichtig erachtet wurde, um auch im Kontext der Gesundheitsförderung einen wichtigen Stellenwert einnimmt, sind Angebote zur Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten, wie das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit junger Menschen in verschiedenen Lebenswelten gestärkt werden kann.
Wir wollten in der Folge von jungen Menschen wissen, wie die Angebote zur Förderung der psychosozialen Gesundheit aus deren Sicht gestaltet sein müssen, damit sie am meisten davon profitieren. Die Ergebnisse dieser Umfrage finden sich nachstehend. Sie werden bei der Weiterentwicklung von Programmen zur Förderung der psychischen Gesundheit des Fonds Gesundes Österreich und der Agenda Gesundheitsförderung genutzt.


Wer hat an der Umfrage teilgenommen?
Insgesamt beteiligten sich 273 junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren an der Umfrage. Diese waren im Schnitt 18 Jahre alt. Schüler:innen, die sich an der Umfrage beteiligten, waren durchschnittlich 16 Jahre alt, Lehrlinge mit durchschnittlich 18 Jahren etwas älter. Das Durchschnittsalter von Studierenden lag bei 22 Jahren.
Da nur rund 18 Personen, die sich an der Umfrage beteiligten, erwerbstätig oder arbeitssuchenden waren, werden deren Antworten bei den weiteren Auswertungen aus statistischen Gründen nicht mehr gesondert ausgewiesen.
Teilnehmende nach Haupttätigkeit und Alter

Mädchen bzw. junge Frauen haben häufiger an der Umfrage teilgenommen als Buben bzw. junge Männer: Nur 22% der Teilnehmenden (n= 68) sind männlich. Insgesamt 5 Personen identifizierten sich als nicht-binär. Weitere 5 Personen machten keine weiteren Angaben zu ihrem Geschlecht. Diese 10 Personen sind aus statistischen Gründen bei den weiteren Auswertungen nicht mehr gesondert ausgewiesen.
Besonders gering ist der Anteil der teilnehmenden jungen Männer unter den Studierenden (18%). Auch bei den Lehrlingen lag der Anteil junger Männer bei nur 22%. Schüler stellen einen Anteil von 28% unter den Schüler:innen.
Anteil der Teilnehmenden nach Geschlecht im Vergleich zur gleichaltrigen Bevölkerung

Quelle: Statistik Austria, Abgestimmte Erwerbsstatistik, Bevölkerung nach Geschlecht (15-24 Jahre); eigene Berechnungen
Ein Ungleichgewicht in der Teilnahme zeigt sich auch nach Bundesländern. Von den an der Umfrage teilnehmenden jungen Menschen lebten 28% in Niederösterreich, 26% in Wien und 22% in Vorarlberg. Demnach konnten junge Menschen aus den südlichen und westlichen Bundesländern seltener mit der Umfrage erreicht werden. Regionale Auswertungen sind daher nur für Niederösterreich, Wien und Vorarlberg möglich und werden nicht dargestellt.
Die Einladung zur Teilnahme an der Umfrage wurde über zivilgesellschaftliche und öffentliche Organisationen gestreut. Darunter die Bundesjugendvertretung, die ÖGK und die in Vorarlberg tätige AHA Jugendinfo.
Teilnehmende nach Bundesland im Vergleich zur Bevölkerung

Quelle: Statistik Austria, Abgestimmte Erwerbsstatistik, Bevölkerung nach Bundesländern (15-24 Jahre); eigene Berechnungen
Welche Themen sind für junge Menschen besonders relevant?
In der Umfrage wurde das Interesse junger Menschen an Themen der psychosozialen Gesundheit, gegliedert nach den 10 Lebens- und Gesundheitskompetenzen (Life Skills) nach WHO Definition abgefragt. Die Mehrzahl der Befragten wünscht sich Informationen und Angebot zur Selbstwahrnehmung, spezifischer zur Stärkung des Selbstwerts (54%). Fast ebenso wichtig sind aus Sicht junger Menschen Angebote und Informationen zur Stressbewältigung (52%). 42% wünschen sich Kompetenzen um im Alltag Bedürfnisse zu erkennen und mit schwierigen Situationen umgehen können.
Jeweils rund 39% interessieren sich für Wissen und Kompetenzen um Konflikte konstruktiv bewältigen zu können, um in gute Entscheidungen treffen zu können. 38% sind daran interessiert Wissen und Fähigkeiten zu erlangen, wie sie gut kommunizieren und einfühlsam miteinander umgehen können.
Vergleichsweise selten genannt wurden Themen wie Gewalt und Hass im Netz (16%), Fake-News erkennen (17%) und über Geschlechterrollen, Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder reflektieren (19%).
Über welche Themen der psychischen Gesundheit möchtest Du mehr lernen?
Junge Frauen und junge Männer priorisierten dieselben Themen. Das Interesse von jungen Frauen an Wissen und Kompetenzen zu den Themen Selbstwert, Stressbewältigung, Bedürfnisse erkennen und mit schwierigen Gefühlen umgehen, ist jedoch vergleichsweise höher.
Nur bei den Themen "kritisches Denken" und achtsamer Umgang mit sozialen Medien zeigen sich junge Männer vergleichsweise interessierter. Auch für diese sind jedoch Lebens- und Gesundheitskompetenzen, wie Stressbewältigung und Selbstwert am relevantesten.
Themen nach Geschlecht

Im Vergleich zu Schüler:innen und Lehrlingen ist das Interesse von Studierenden diverser: Sie haben eine Vielzahl unterschiedlicher Themenfelder angegeben, an denen sie Interesse haben. Besonders interessant sind für Studierende, ähnlich wie für Schüler:innen und Lehrlinge, die Themen Selbstwert und Stressbewältigung. Bedeutend häufiger als im Durchschnitt nannten Studierende zudem "Zukunftsperspektiven" (49%) und "Kompetenzen kritisch zu denken" (40%).
Lehrlinge haben ein besonderes Interesse am Thema Selbstwert (57%). Stressbewältigung (43%) ist für sie im Vergleich zu Schüler:innen und Studierenden weniger relevant, rangiert aber ebenso unter den Top-Themen. Vergleichsweise häufiger als Schüler:innen nennen Lehrlinge das Thema "gute Beziehungen zu erwachsenen Bezugspersonen aufbauen" (22%). Geschlechterrollen (8%) und das Thema Zukunftsperspektiven (11%) interessieren sie vergleichsweise seltener als Studierende und Schüler:innen.
Schüler:innen haben am meisten Interesse an Angeboten zur Stressbewältigung (45%) und zeigen, im Vergleich zu Lehrlingen, etwas mehr Interesse an Kompetenzen, wie sie Glück und Wohlbefinden steigern können (35%), Freundschaften pflegen und aufbauen können (34%) und an den Themen "kritisches Denken" (23%) und "Gewalt im Netz" (17%).
Themen nach Haupttätigkeit

Wo möchten sich junge Menschen mit dem Thema psychosoziale Gesundheit beschäftigen?
Die Vorstellungen, wo Inhalte zum Thema psychosoziale Gesundheit vermittelt werden sollen, divergieren je nach Lebensrealität stark und sind im Folgenden daher für Studierende, Schüler:innen und Lehrlinge gesondert ausgewiesen.
Studierende wünschen sich eine Vermittlung von Inhalten zur psychosozialen Gesundheit vor allem Online (58%) und damit zu Hause konsumierbar (58%). 42% wünschen sich die Informationen als Teil des Unterrichts an den Universitäten oder Fachhochschulen. Ebenso 42% können sich vorstellen, Angebote an öffentlichen Orten wahrzunehmen oder einen Workshop an der Universität zu besuchen (40%).
Wo sollen Angebote gesetzt werden - Studierende (n= 72)

Lehrlinge bevorzugen die Vermittlung von Inhalten zur psychosozialen Gesundheit an der Lehrstelle bzw. im Betrieb (59%). Rund 34% würden Inhalte zur psychosozialen Gesundheit auch online konsumieren. 31% meinen, dass sie sich zu Hause mit den Themen auseinandersetzen würde. Angebote in der Nachbarschaft (3%), in Jugendzentren (7%) oder an öffentlichen Orten (7%) finden sie weniger interessant.
Wo sollen Angebote gesetzt werden - Lehrlinge (n= 61)

Schüler:innen bevorzugen die Vermittlung von Themen der psychosozialen Gesundheit im Unterricht (61%). 45% meinen, dass die Inhalte auch in einem Workshop in der Schule vermittelt werden können. Nur rund 32% würden eine Vermittlung über online Formate nutzen wollen. 17% wollen sich zu Hause oder in ihrer Freizeit mit Themen der psychosozialen Gesundheit auseinandersetzen. Angebote in der Nachbarschaft finden Schüler:innen am wenigsten attraktiv (3%).
Wo sollen Angebote gesetzt werden - Schüler:innen (n= 106)

Wie sollen Themen der psychosozialen Gesundheit vermittelt werden?
Die Vorstellungen dazu, wie Kompetenzen und Wissen zur psychosozialen Gesundheit vermittelt werden sollen, korrespondieren mit der Frage, wo die Angebote eingebettet werden sollen.
Studierende bevorzugen Einzelberatung (71%). Rund die Hälfte der Studierenden kann sich jedoch auch vorstellen, dass sie an Formaten teilnehmen, in denen Wissen und Kompetenzen zu psychosozialer Gesundheit in Form von Mitmach-Projekten vermittelt wird. Während Apps (49%) für Studierende durchaus interessant sind, meint nur ein Viertel der Studierenden, dass sie eine Chat-Beratung nutzen würden. Vergleichsweise weniger attraktiv für Studierende sind auch Spiele (28%) oder Angebote, die als Teil von Bewegungsangeboten vermittelt werden (31%).
Wie sollen die Themen vermittelt werden, damit Du dich gerne damit beschäftigst?
Wie sollen Angebote gesetzt werden - Studierende (n= 72)

Lehrlinge zeigen dagegen besonderes Interesse an Mitmach-Projekten (43%). 38 % können sich jedoch auch vorstellen, Einzelberatungen in Anspruch zu nehmen. Onlineformate in Form von Apps (30 %) sprechen weniger als ein Drittel an, Online-Vorträge (22 %) sind für weniger als ein Viertel der Lehrlinge interessant.
Wie sollen Angebote gesetzt werden - Lehrlinge (n= 63)

Auch die Mehrheit der Schüler:innen wünscht sich analoge Formate für Gruppen. Anders als bei Studierenden und Lehrlingen gaben 39 % der Schüler:innen an, dass sie Programme und Projekte bevorzugen, in denen Kompetenzen als Teil gemeinsamer Spiele vermittelt werden. Rund ein Drittel findet, dass Mitmach-Projekte ein gutes Format sind, um Kompetenzen und Wissen zur psychosozialen Gesundheit zu stärken. Online-Angebote wie Trainings (8 %), Chat-Beratung (9 %) oder Vorträge (12 %) sind für Schüler:innen eher unattraktiv.

Unabhängig vom Alter bevorzugen junge Frauen und Männer gleichermaßen Mitmach-Projekte oder Einzelberatungen. Junge Männer finden jedoch die Kompetenzvermittlung im Rahmen gemeinsamer Spiele (37 %) oder als Teil von Bewegungsangeboten (26 %) attraktiver. Junge Frauen interessieren sich eher dafür, Kompetenzen und Wissen zur psychosozialen Gesundheit über Apps (33 %) oder im Rahmen kreativer Angebote (33 %) zu erwerben.

Was ist wichtig bei der Gestaltung der Angebote?
Besonders stark stimmen junge Menschen – unabhängig von Alter und Lebensumständen – damit überein, dass Angebote zur Förderung der psychosozialen Gesundheit sensibel, nicht peinlich und nicht beschämend gestaltet sein müssen. Dem stimmen insgesamt 62 % der Teilnehmenden sehr zu und 22 % eher zu. Zudem sind 82 % der Teilnehmenden der Meinung, dass Angebote altersentsprechend sein sollten (sehr bzw. eher Zustimmung). Angebote sollten sich darüber hinaus nicht nur an junge Menschen mit „Problemen“ richten (70 % Zustimmung). Es zeigt sich außerdem eine Präferenz von Gruppenangeboten, wobei kleinere Gruppen (bis zu fünf Personen) bevorzugt werden. Zentral ist für mehr als die Hälfte der Teilnehmenden auch die Freiwilligkeit (69 %) bzw. dass die Teilnahme an den Angeboten nicht verpflichtend ist (67 %).
Wie sollten die Angebote gestaltet sein?
1 - Stimme überhaupt nicht zu | 2 - Stimme eher nicht zu | 3 - Stimme eher zu | 4 - Stimme voll und ganz zu | |
|---|---|---|---|---|
Freiwillig | 11.2% | 18.67% | 22.82% | 47.3% |
Verpflichtend | 41.03% | 26.92% | 22.65% | 9.4% |
Persönlich 1:1 | 30.89% | 22.36% | 20.33% | 26.42% |
Mit meiner Klasse | 28.98% | 18.78% | 31.02% | 21.22% |
Zu meinem Alter passend | 11.07% | 9.84% | 27.87% | 51.23% |
Interaktiv/zum Mitmachen | 14.23% | 17.15% | 38.08% | 30.54% |
Ich möchte anonym bleiben | 19.83% | 30.58% | 26.45% | 23.14% |
Jungs und Mädchen gemischt | 13.82% | 17.89% | 30.49% | 37.8% |
In kleinen Gruppen (bis zu 5 Personen) | 14.29% | 20% | 40% | 25.71% |
In großen Gruppen (bis zu 12 Personen) | 23.89% | 35.22% | 25.91% | 14.98% |
In einer fixen, gleichbleibenden Gruppe | 12.25% | 20.95% | 39.53% | 27.27% |
Mit anderen Jugendlichen, die ich kenne | 14.96% | 20.08% | 29.13% | 35.83% |
Sensibel, nicht peinlich, nicht beschämend | 8.82% | 7.98% | 21.43% | 61.76% |
Ich möchte unsichtbar sein (z.B. Vortrag via Zoom, Chat) | 31.91% | 32.77% | 23.4% | 11.91% |
Für alle und nicht nur für junge Menschen mit „Problemen“ | 13.5% | 15.19% | 25.32% | 45.99% |
Die folgende Grafik zeigt differenziert nach Altersgruppen, inwieweit junge Menschen verschiedenen Formen der Gestaltung von Angeboten zur Förderung der psychosozialen Gesundheit im Durchschnitt zustimmen. Werte von 2 und darunter deuten auf Ablehnung hin, Werte darüber auf eine tendenzielle Zustimmung.
Demnach betonen insbesondere junge Erwachsene (22-25 Jahre), dass Angebote sensibel und nicht beschämend gestaltet sein müssen. Ihnen ist zudem besonders wichtig, dass die Angebote altersgerecht sind und auf Freiwilligkeit basieren. Auffällig ist auch, dass junge Erwachsene – wie bereits zuvor betont – 1:1-Angebote schätzen.
Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren hingegen bevorzugen gemeinsame Angebote mit Jugendlichen, die sie bereits kennen, und lehnen 1:1-Formate eher ab. Sie bevorzugen zudem Angebote die nicht in im Klassen angeboten werden, sondern eher in kleinen Gruppen. Freiwilligkeit ist für sie weniger wichtig als bei älteren Altersgruppen.

Differenziert nach Geschlecht zeigt sich, dass junge Frauen der Aussage, dass Angebote sensibel gestaltet sein müssen, stärker zustimmen zu als junge Männer. Obwohl jungen Frauen auch die Freiwilligkeit der Teilnahme wichtiger ist, bewerten sie verpflichtende Angebote zwar kritisch, jedoch weniger kritisch als junge Männer. Auch der Aussage, dass Angebote gemischtgeschlechtlich sein sollten, stimmen junge Frauen häufiger zu als junge Männer.

Wie regelmäßig möchten junge Menschen die Angebote nutzen?
Die Mehrzahl der jungen Menschen möchte sich mit dem Thema psychosoziale Gesundheit immer wieder, nach Bedarf auseinandersetzen (75%), entweder in kurzen Einheiten (z.B. eine Stude wöchentlich) (dem stimmen 56% eher zu) oder in punktuellen Workshops (55%). Hinsichtlich der Laufzeit der Programme gibt es kein eindeutiges Stimmungsbild: 42% bevorzugen Projekte über eine längere Laufzeit, 41% bevorzugen eine kürzere Laufzeit.
Wie regelmäßig möchtest Du die Angebote in Anspruch nehmen?
1 - Stimme überhaupt nicht zu | 2 - Stimme eher nicht zu | 3 - Stimme eher zu | 4 - Stimme voll und ganz zu | |
|---|---|---|---|---|
Punktuell (z.B. 1-tägiger Workshop) | 17.8% | 27.54% | 27.97% | 26.69% |
Immer wieder, nach Bedarf | 11.93% | 12.76% | 32.51% | 42.8% |
Über eine kürzere Laufzeit (max. ½ Jahr) | 24.36% | 33.76% | 34.19% | 7.69% |
Über eine längere Laufzeit (länger als ½ Jahr) | 26.92% | 31.62% | 25.21% | 16.24% |
In regelmäßigen kurzen Einheiten (z.B. 1 Stunde wöchentlich) | 21.99% | 21.58% | 38.17% | 18.26% |
Wer soll Wissen und Kompetenzen zur psychosozialen Gesundheit vermitteln und wer soll weitere Kompetenzen erwerben?
67 % der teilnehmenden jungen Menschen sehen den Bedarf, dass sich Lehrer:innen zu Themen der psychosozialen Gesundheit fortbilden. Rund die Hälfte wünscht sich zudem, dass Eltern mehr Kompetenzen und Wissen im Bereich der psychosozialen Gesundheitsförderung erwerben. Etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmenden ist außerdem der Meinung, dass auch das Unterstützungspersonal an Schulen – wie Schulpsycholog:innen, Schulsozialarbeiter:innen und Schulärzt:innen – sich noch intensiver mit der Förderung psychosozialer Gesundheit auseinandersetzen sollte.
Nur etwa ein Viertel der jungen Menschen sieht hingegen einen entsprechenden Bedarf bei Trainer:innen und Betreuer:innen in Freizeitvereinen.
Welche Erwachsenen sollten aus Deiner Sicht mehr Wissen und Fähigkeiten erhalten, um Dich beim Thema psychische Gesundheit besser zu unterstützen?
Lehrlingen geben neben Lehrenden auch Ausbildner:innen im Betrieb als Personengruppe an, die mehr Wissen und Fähigkeiten erwerben sollte, um junge Menschen bei Themen der psychosozialen Gesundheit zu unterstützen. Im Vergleich zu Schüler:innen sehen Lehrlinge auch häufiger einen Bedarf, dass Eltern (43 %), Jugendarbeiter:innen (27 %) sowie Trainer:innen im Verein (19 %) Kompetenzen im Bereich der psychosozialen Gesundheitsförderung erwerben. Schüler:innen sehen vor allem bei Lehrpersonen (64 %) einen Fortbildungsbedarf und tendenziell weniger bei Personen, die im Freizeitbereich aktiv sind.
Studierende sehen bei allen erwachsenen Bezugspersonen einen Mehrwert, wenn diese mehr Kompetenzen und Wissen zu psychosozialer Gesundheit erwerben. Lehrende und Eltern werden von diesen gleichermaßen oft als Zielgruppe genannt (81%).

64 % der Befragten wünschen sich, dass Themen der psychosozialen Gesundheit von Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen vermittelt werden. Rund 40 % sind der Meinung, dass auch gleichaltrige Peers und Mentor:innen diese Themen gut vermitteln könnten.
30 % sehen die Kompetenz zur Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten im Bereich psychosozialer Gesundheit bei Jugendarbeiter:innen, während nur 29 % angeben, dass schulisches Unterstützungspersonal diese Aufgabe übernehmen sollte. Nur etwa ein Viertel der Befragten meint, dass Lehrpersonen Themen der psychosozialen Gesundheit vermitteln sollten.
Hier zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der Einschätzung, welche Personengruppen über psychosoziale Gesundheitskompetenz verfügen sollten – und wem junge Menschen tatsächlich zutrauen, diese Themen wirksam zu vermitteln. Nur rund 12% denken, Eltern Wissen und Kompetenzen zur Förderung der psychosozialen Gesundheit vermitteln sollten.
Von wem sollen die Themen vermittelt werden, damit Du dich gerne damit beschäftigst?
Insbesondere Studierende betrachten die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen zur psychosozialen Gesundheit als ein professionelles Aufgabenfeld. Sie sprechen sich deutlich dafür aus, dass vor allem Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen (92 %) sowie – in geringerem Maße – schulisches Unterstützungspersonal (56 %) diese Themen vermitteln sollten. Diese Einschätzung steht im Einklang mit ihrer Präferenz für Einzelsettings.
Lehrlinge sehen die Vermittlung von Inhalten der psychosozialen Gesundheit auch mehrheitlich als Aufgabe von Fachkräften (56%). Im Vergleich zu Studierenden und Schüler:innen nennen diese Peer-Formate seltener. Nur 27 % von ihnen meinen, dass Peers Wissen und Kompetenzen zur Förderung psychosozialer Gesundheit vermitteln sollten. Dennoch werden Peers von Lehrlingen ebenso häufig wie Ausbildner:innen im Betrieb als geeignete Personen zur Wissens- und Kompetenzvermittlung genannt und rangieren damit auf Rand 2.

Einsamkeit und was dagegen hilft
Junge Menschen sind – obwohl sie über viele Sozialkontakte verfügen – besonders häufig von Einsamkeit betroffen. Zwischen 14 % (Gesundheit Österreich: Panel Gesundheitsförderung, Welle 2, Juni 2024) und 17 % (Welle 5, September 2024) der 16- bis 24-Jährigen berichteten, dass sie sich in den letzten vier Wochen immer oder meistens einsam fühlten. Besonders betroffen sind Mädchen bzw. junge Frauen sowie junge Menschen über 18 Jahren.
Junge Menschen, die häufig Einsamkeit erleben, berichten insgesamt von einer geringeren Lebenszufriedenheit – insbesondere in Bezug auf ihre persönlichen Beziehungen, ihre Freizeitgestaltung, ihre Haupttätigkeit, den sozialen Zusammenhalt, die Treffpunkte in der Nachbarschaft sowie mit sich selbst (Gesundheit Österreich: Panel Gesundheitsförderung, Welle 5, September 2024).
Wir haben daher gefragt, was jungen Menschen helfen würde, sich weniger oft einsam zu fühlen und ihre sozialen Bindungen zu stärken. Die Mehrzahl der Befragten wünscht sich niederschwellig zugängliche Treffpunkte mit Freizeitangeboten: 41 % nannten kostenlose oder günstige Sport- und Freizeitmöglichkeiten. 36 % konkretisierten, dass diese so gestaltet sein sollten, dass sie die Möglichkeit bieten, Menschen (besser) kennenzulernen – z. B. durch Angebote in Kleingruppen. Auch konsumfreie Treffpunkte in der Nähe, wie Grillplätze, einfache Parkbänke, ein Turnsaal oder ein Jugendcafé, wurden von jungen Menschen als Angebote genannt, die gegen Einsamkeit helfen können.
Spezielle Workshops zu psychischer Gesundheit (32 %), Gesprächsrunden (30 %) oder Angebote zur Förderung eines besseren Miteinanders in unterschiedlichen Settings werden im Vergleich dazu seltener genannt.
Jeder und jede fühlt sich manchmal einsam. Was würde Dir helfen, dich weniger oft einsam zu fühlen und Deine sozialen Bindungen zu stärken?
Junge Frauen nannten sowohl kostenlose bzw. günstige Freizeitangebote als auch wohnortnahe Treffpunkte häufiger als junge Männer. Das könnte ein Hinweis auf einen wahrgenommenen Mangel an solchen Angeboten für Frauen bzw. Mädchen sein. Sie nannten zudem Angebote in kleinen Gruppen häufiger. Rund ein Drittel der jungen Frauen würde auch Workshops zu psychischer Gesundheit als Intervention gegen Einsamkeit gut finden – ebenso Gesprächsrunden und Angebote für ein besseres Miteinander in der Klasse.
Junge Männer nannten deutlich häufiger als junge Frauen organisierte Selbsthilfegruppen als eine mögliche Intervention gegen Einsamkeit. Auch sie nennen – neben der Selbsthilfe – kostenlose Freizeitangebote (38 %), Treffpunkte (28 %) sowie Angebote in kleinen Gruppen (26 %) am häufigsten, jedoch insgesamt seltener als junge Frauen.

Besonders häufig genannt wurden kostenlose bzw. günstige Freizeitangebote von Studierenden (68 %). Diese nannten mehrheitlich auch Gesprächsrunden zu psychischer Gesundheit (56 %), organisierte Selbsthilfegruppen (56 %) und Unterstützung durch Buddies (51 %) als wichtige Angebote gegen Einsamkeit.
Auch Lehrlinge nannten niederschwellige Treffpunkte und Freizeitangebote am häufigsten (38 %). Im Vergleich zu Schüler:innen nannten sie zudem häufiger Angebote für ein besseres Miteinander in der Familie (27 %). Angebote für ein besseres Miteinander in der Arbeit finden Lehrlinge hingegen wenig attraktiv (14 %).
Schüler:innen priorisieren im Vergleich zu anderen Gruppen stärker Angebote für ein besseres Miteinander in der Klasse (30 % – Rang 3) sowie Angebote in der Nachbarschaft (30 %). Angebote für ein besseres Miteinander in der Familie (9 %), in Vereinen (13 %) sowie Unterstützung durch Buddies (14 %) wurden von Schüler:innen vergleichsweise selten genannt.

Engagement
Etwas weniger als ein Drittel der Befragten möchte andere junge Menschen unterstützen und Angebote für ein besseres Miteinander aktiv mitgestalten. Rund 46% meinen, dass sie sich zu diesem Zweck vielleicht engagieren würden. Rund 15% möchten sich in diesem Zusammenhang nicht engagieren.
Möchtest Du gerne andere junge Menschen unterstützen und Angebote aktiv mitgestalten für ein besseres Miteinander?
Ältere junge Menschen zwischen 22 und 25 Jahren trauen sich eher zu, andere junge Menschen zu unterstützen, als Jüngere zwischen 14 und 17 Jahren. Von den Jüngeren meinten nur rund 28 %, dass sie andere junge Menschen unterstützen wollen; 58 % gaben jedoch an, dass sie vielleicht dazu bereit wären.

Ein ähnlicher Bias zeigt sich nach Geschlecht: Während nur rund 29 % der jungen Frauen angeben, dass sie andere junge Menschen gerne unterstützen würden, meinten das 43 % der jungen Männer. Zugleich ist der Anteil der jungen Frauen, die es ablehnen, andere junge Menschen zu unterstützen, mit 12 % deutlich geringer als jener unter den jungen Männern (25 %). Es braucht demnach Motivation und Unterstützung für das Engagement junger Frauen.

Jene, die angaben, sich engagieren und andere unterstützen zu wollen, meinten jeweils zu rund 28 %, dass sie sich vorstellen könnten, in einer Interessensvertretung aktiv zu sein, neue Treffpunkte, Feste oder kreative Angebote mitzugestalten oder selbst als Buddy zu fungieren.
Junge Männer bzw. Buben können sich zu 56% vorstellen, in einer Interessensvertretung aktiv zu sein. Junge Frauen meinen dagegen häufiger, dass sie sich vorstellen können, Treffpunkte mitzugestalten (37%) oder Gruppenangebote in der Freizeit mitzuorganisieren (26%).

Zusammenfassung und Fazit
Die Umfrage erreichte 273 junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren (Durchschnittsalter 18 Jahre). Auffällig ist ein deutliches Geschlechterungleichgewicht mit nur 22% männlichen Teilnehmern. Regional waren hauptsächlich junge Menschen aus Niederösterreich (28%), Wien (26%) und Vorarlberg (22%) vertreten.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass junge Menschen sehr spezifische Vorstellungen über die Gestaltung von Angeboten zur psychosozialen Gesundheit haben. Wie diese gestalten sein sollen hängt stark von der Lebenssituation ab.
Was?
- Selbstwert stärken (54% der Befragten)
- Stressbewältigung (52%)
- Umgang mit schwierigen Situationen und Bedürfnisse erkennen (42%)
- Konstruktive Konfliktbewältigung (39%)
- Entscheidungsfindung (39%)
Geschlechtsspezifisch zeigen junge Frauen höheres Interesse an Selbstwert und Stressbewältigung, während junge Männer auch kritisches Denken öfter nennen.
Formate und Orte
Die Präferenzen variieren stark nach Lebenssituation:
- Studierende: Bevorzugen Online-Angebote (58%) und Einzelberatung (71%)
- Lehrlinge: Wünschen sich Angebote am Arbeitsplatz (57%) und Mitmach-Projekte (43%)
- Schüler:innen: Präferieren Unterrichtsintegration (55%) und Gruppenformate mit Spielen (39%)
Besonders wichtig ist jungen Menschen:
- Sensible, nicht beschämende Gestaltung (62% stimme sehr zu)
- Altersgerechte Angebote (82% Zustimmung)
- Freiwilligkeit der Teilnahme (69% Zustimmung)
- Kleine Gruppen (bis 5 Personen) werden bevorzugt
- Angebote sollten sich nicht nur an "Problemfälle" richten (70% Zustimmung)
Wer?
- Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen werden als ideale Vermittler:innen gesehen (64%)
- Gleichaltrige Peers werden von 40% als geeignet eingeschätzt
- 25% meinen ,dass Lehrkräfte wissen zu psychosoziale Gesundheit vermitteln sollen. Aber 67% sehen einen Fortbildungsbedarf bei Lehrer:innen
Einsamkeit und Gegenmaßnahmen
Gegen Einsamkeit wünschen sich junge Menschen vor allem:
- Kostenlose/günstige Sport- und Freizeitmöglichkeiten (41%)
- Niederschwellige Treffpunkte in Kleingruppen (36%)
- Konsumfreie Begegnungsorte in der Nähe
Die Erschließung von Vereinen und dem öffentlichen Raum für Angebote der Gesundheitsförderung scheint demnach ein vielversprechendes Mittel gegen Einsamkeit zu sein. Das gilt insbesondere für junge Menschen über 18 Jahre, die verstärkt von Einsamkeit betroffen sind.
Engagement
Etwa ein Drittel der Befragten möchte sich aktiv für andere junge Menschen engagieren, weitere 46% sind dafür "vielleicht" bereit. Junge Männer zeigen höhere Bereitschaft (43% vs. 29% bei jungen Frauen), während junge Frauen seltener eine komplette Ablehnung äußern.
