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Patienten

Strategie zur Stärkung von Patient:innen- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitswesen

„Ohne Beteiligung gibt es keine wahre Gesundheit“ (WHO 2025)

Gestalten Sie mit! Helfen Sie dabei, das Gesundheitswesen stärker an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten.


Gesundheit kann sich am besten entfalten, wenn Menschen aktiv auf ihre beeinflussenden Faktoren einwirken können. Bislang wurden Entscheidungen im Gesundheitswesen häufig gefällt, ohne dass davon betroffene Menschen daran beteiligt sind.

Beteiligung, verstanden als Möglichkeit der Einflussnahme auf Entscheidungen, eröffnet den Raum, die betroffenen Bevölkerungsgruppen in diese Entscheidungen einzubinden. Das Ziel von Beteiligung ist, die Brücke zwischen den Erfahrungen sowie Bedürfnissen der Bevölkerung und der Perspektive der Politik zu bilden (WHO 2021). Dafür bedarf es klarer Vereinbarungen, wie Entscheidungen getroffen werden und welche Personen bzw. Vertreter:innen von Organisationen mitbestimmen können.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz soll daher gemeinsam mit Vertretungen von Bund, Ländern und Sozialversicherung sowie der organisierten Zivilgesellschaft eine Strategie zur Stärkung von Patienten- und Bevölkerungsbeteiligung im Gesundheitswesen entwickelt werden.

Die Ziele der Strategie sind dahingehend festzulegen,

·      wer die Interessen von Patientinnen/Patienten und der Bevölkerung direkt vertreten kann,

·      in welchen Bereichen Beteiligung strukturiert ablaufen sollte,

·      wie Beteiligungsprozesse sinnvoll unterstützt werden können.


Ulrike Königsberger-Ludwig
Dr.in med.univ. Katharina Reich

Ulrike Königsberger-Ludwig

Staatssekretärin

Katharina Reich

Sektionschefin

Phasen

Phasenübersicht
Phase 1: Auftrag für Entwicklungsprozess
Auftrag für Entwicklungsprozess
Phase 3: Ergebnisse der Umfrage
Ergebnisse der Umfrage
Phase 5: Ergebnisse des Beteiligungsforum
Ergebnisse des Beteiligungsforum

Ergebnisse der Umfrage

24. September 2025 - 4. Oktober 2025

Die Ergebnisse der Onlinebefragung bilden die Grundlage für das Bürger:innen-Forum am 3. Oktober 2025. Aus den Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmern, die sich in den weiteren Beteiligungsprozess einbringen wollen, wird eine repräsentative Auswahl an Menschen ausgewählt und zum Bürgerforum eingeladen.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Online-Umfrage, an der sich insgesamt 336 Personen beteiligten, wiedergegeben. Der Bericht gliedert sich in drei Themenbereiche:

  1. Erfahrung mit Beteiligung
  2. Interesse an Beteiligung und Motivation
  3. Unterstützung für Beteiligung: Was braucht es, damit Beteiligung gelingt?

Dem vorangestellt ist eine kurze, allgemeine Zusammenfassung der Ergebnisse.

Zusammenfassung

Zur Umfrage wurden 6.000 zufällig ausgewählte Personen eingeladen. Unter den Beteiligten sind Frauen und Akademiker:innen überrepräsentiert. Ältere Menschen und erwerbstätige Männer beteiligten sich in geringerem Maß an der Umfrage.

Die Umfrage zeigt eine hohe grundsätzliche Bereitschaft zur Beteiligung an Themen der Gesundheit. Bevorzugt werden niederschwellige, räumlich und zeitlich flexible Formate, insbesondere auf lokaler Ebene.

Viele Menschen haben auch bereits Erfahrungen mit Beteiligung, vor allem durch Umfragen. Mit Formaten wie Gremienarbeit oder Stellungnahmen gibt es weniger Erfahrung. Akademiker:innen sind mit diesen Formaten vertrauter.

Die meisten Personen haben Erfahrungen mit Beteiligungen auf der lokalen Ebene. Das ist auch jene Ebene, die für die Bevölkerung am interessantesten ist. Viele geben ihr Interesse an regelmäßig informiert zu werden, aber nur wenige trauen sich zu regelmäßig in Gremien oder an Projekten mitzuwirken.

Transparenz durch verständliche Information und zeitliche/räumliche Flexibilität sind laut ihnen wichtig, damit Beteiligung gelingt. Materielle Anreize spielen eine untergeordnete Rolle gegenüber Unterstützungsangeboten, die Inklusion von Beteiligungsangeboten unterstützten. Zugleich betonen jene, die bereits mehr Erfahrung mit Beteiligung haben, auch die Bedeutung von Anerkennungen und Aufwandsentschädigungen.

Erfahrung mit Beteiligung

Die Mehrzahl der Befragten hat bereits Erfahrung mit Beteiligung gesammelt oder hat von unterschiedlichen Beteiligungsmethoden bereits gehört. Jede teilnehmende Person kennt zumindest eine der erfragten Beteiligungsmethode, wobei Umfragen die bekannteste Beteiligungsmethode sind (86%). Auch bekannt ist die Mitwirkung in Gremien (39 %), die Möglichkeit Stellungnahmen zu Strategien und Gesetzen abzugeben (36 %), an Workshops und Fokusgruppen teilzunehmen (31,8 %). Weniger bekannt ist die Möglichkeit an Begehungen von Krankenhäusern oder Stadtteilen teilzunehmen (21,1 %).

Es gibt verschiedene Methoden, um bei Gesundheitsthemen mitzureden. Von welchen der folgenden Methoden haben Sie bereits gehört?

Befragungen (Umfragen, Telefoninterviews,...)

86.3% (290 Antworten)

Mitwirkung in Gremien (Runder Tisch, Bürger:innen-Beirat,...)

39% (131 Antworten)

Stellungnahmen zu Strategien, Gesetze,...

36% (121 Antworten)

Austausch in Fokusgruppen, Workshops,...

31.8% (107 Antworten)

Begehung von Krankenhäusern, Stadtteilen,...

21.1% (71 Antworten)

Keine Antwort

1.8% (6 Antworten)

Frauen geben häufiger als Männer an, Beteiligungsmethoden wie Gremien (43% vs. 34%) und Fokusgruppen zu kennen (39% vs. 22%). Männer meinen dagegen häufiger als Frauen, dass ihnen die Möglichkeiten zur Stellungnahmen bekannt sind (40% vs. 35%).

Insbesondere Fokusgruppen, Gremienarbeit und Stellungnahmen sind Akademiker:innen bekannter als Menschen ohne akademischen Abschluss. Leichte Differenzen zeigen sich auch nach dem Alter. Während jüngeren Menschen unter 30 Jahren Fokusgruppen bekannter sind als älteren, kennen ältere Menschen zwischen 30 und 65 und Menschen ab 65 Jahren Gremien häufiger.

Insgesamt berichten 83% der Befragten, dass Sie bereits mit einer der beispielhaft genannten Beteiligungsmethoden Erfahrung haben.

Rund zwei Drittel der Befragten (68%) haben bereits an Befragungen teilgenommen. 13 % waren in Workshops oder Fokusgruppen aktiv, 10 % haben Stellungnahmen zu Strategien oder Gesetzen abgegeben und 11 % haben an Begehungen von Krankenhäusern teilgenommen. Nur rund 8 % der Befragten haben in Gremien mitgewirkt.

Männer, Akademiker:innen und Menschen über 65 haben mehr Erfahrung in Entscheidungsgremien, bzw. bei politischen Prozessen wie Stellungnahmen und der Mitwirkung in Gremien. Frauen haben dagegen häufiger als Männer bereits Erfahrung mit Befragungen (70 % vs. 67 %) und Fokusgruppen (15 % vs. 10 %) gesammelt. Menschen, die keinen akademischen Abschluss haben, haben insgesamt weniger Erfahrung mit Beteiligung. Vor allem der Austausch in Fokusgruppen (7 % vs. 20 %), die Mitwirkung in Gremien (3 % vs. 13 %) und die Abgabe von Stellungnahmen (5 % vs. 13 %) ist für diese mit größeren Hürden verbunden.

Und an welchen der folgenden Methoden haben Sie bereits teilgenommen?

Befragungen (Umfragen, Telefoninterviews,...)

67.6% (227 Antworten)

Keine

16.7% (56 Antworten)

Austausch in Fokusgruppen, Workshops,...

13.1% (44 Antworten)

Begehung von Krankenhäusern, Stadtteilen,...

11.6% (39 Antworten)

Stellungnahmen zu Strategien, Gesetze,...

10.4% (35 Antworten)

Mitwirkung in Gremien (Runder Tisch, Bürger:innen-Beirat,...)

8% (27 Antworten)

Keine Antwort

1.8% (6 Antworten)

Sonstiges

0.3% (1 Antwort)

Insgesamt berichten 83% der Befragten, dass Sie bereits mit einer der beispielhaft genannten Beteiligungsmethoden Erfahrung haben.

Rund zwei Drittel der Befragten (68%) haben bereits an Befragungen teilgenommen. 13 % waren in Workshops oder Fokusgruppen aktiv, 10 % haben Stellungen zu Strategien oder Gesetzen abgegeben und 11 % haben an Begehungen von Krankenhäusern teilgenommen. Nur rund 8 % der Befragten haben in Gremien mitgewirkt.

Männer, Akademiker:innen und Menschen über 65 haben mehr Erfahrung in Entscheidungsgremien, bzw. bei politische Prozessen wie Stellungnahmen und der Mitwirkung in Gremien. Frauen haben dagegen häufiger als Männer bereits Erfahrung mit Befragungen (70% vs. 67%) und Fokusgruppen (15% vs. 10%) gesammelt. Menschen die keine akademischen Abschluss haben haben insgesamt weniger Erfahrung mit Beteiligung. Vor allem der Austausch in Fokusgruppen (7% vs. 20%) , die Mitwirkung in Gremien (3% vs. 13%) und die Abgabe von Stellungnahmen (5% vs. 13%) ist für diese mit größeren Hürden verbunden.

Personen, die bereits eine Stellungnahme abgegeben haben oder in Gremien vertreten waren

Personen die Erfahrung mit Stellungnahmen oder in Gremien haben

Im Bereich Gesundheit – Versorgung, Förderung und Prävention – gibt es verschiedene Entscheidungsebenen. Wie häufig haben Sie sich bereits zu Gesundheitsthemen – als Privatperson - eingebracht?

1 - oft

2 - selten

3 - gar nicht

4 - keine Antwort

Bund

5.06%

26.19%

64.29%

4.46%

Bundesland

6.55%

30.36%

58.93%

4.17%

lokal

17.26%

33.93%

45.54%

3.27%

EU bzw. international

3.57%

26.79%

64.58%

5.06%

45% der Befragten haben sich bisher weder auf lokaler, noch auf Länderebene, im Bund oder auf EU-Ebene zu Gesundheitsthemen eingebracht.

Die meisten Befragten haben sich bisher vor allem lokal beteiligt: 17 % oft, 34 % selten und 46 % gar nicht. Auf Landes-, Bundes- oder EU-/internationaler Ebene ist die Beteiligung insgesamt deutlich geringer: Dort geben jeweils über 59 % an, sich gar nicht eingebracht zu haben. Jene, die sich lokal viel einbringen, tendieren auch dazu, sich auf anderen Ebenen einzubringen.

Personen, die sich auf mindestens einer Ebene oft beteiligen

Personen, die sich auf mindestens einer Ebene oft beteiligen

Tendenziell beteiligen sich Frauen häufiger kontinuierlich, als Männer. Zudem geben junge Menschen bzw. Menschen in Ausbildung eher an, dass sie sich oft auf den verschiedenen Ebenen zu Themen der Gesundheit einbringen. Pensionist:innen geben fast ebensohäufig wie Menschen im Erwerbsalter an, dass sie sich oft beteiligen. Auch Akademiker:innen meinen häufiger, dass sie sich oft beteiligen.

Interesse an Beteiligung und Motivation

Motivation und Interesse zu Beteiligung ist oftmals davon geleitet, wie relevant die Themen aus Sicht der Beteiligten sind. Einleitend haben wir daher auch gefragt, zu welchen Themen die Befragten in ihrem Alltag den stärksten Bezug haben.

Die Befragten sehen den größten Bezug zu ihrem Alltag bei Themen der Gesundheitsförderung und Prävention (53 %), im Bereich der niedergelassenen Versorgung (43 %) und bei Themen der Frauen- und Gendermedizin (29 %). Themen wie Digitalisierung, Langzeitpflege und Kindergesundheit werden mit 17% -19 % ebenfalls häufig genannt. Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln, generationengerechtes Zusammenleben und Gewaltschutz im Gesundheitswesen werden dagegen seltener genannt.

Die Regierung, Bund, Länder und Sozialversicherungen haben für die nächsten Jahre Themen festgelegt, an denen sie gemeinsam arbeiten wollen. Wählen Sie bitte die drei Themen aus, zu denen Sie in Ihrem Alltag den stärksten Bezug haben.

Gesundheitsförderung, Gesundheitskompetenz, Früherkennung und Vorsorge

52.7% (177 Antworten)

niedergelassene (z. B. Hausärztin/Hausarzt) und spitalsambulante Versorgung

43.5% (146 Antworten)

Frauen- und Gendermedizin

29.2% (98 Antworten)

Abläufe im Bereich der Versorgung und Behandlung

22.3% (75 Antworten)

Digitalisierung im Gesundheitswesen

19.3% (65 Antworten)

(Langzeit-)Pflege

19% (64 Antworten)

Kindergesundheit

17% (57 Antworten)

Aus- und Fortbildung von Gesundheitsberufen

13.4% (45 Antworten)

Transparenz im Gesundheitswesen

12.5% (42 Antworten)

Versorgungssicherheit im Arzneimittel-Bereich (z. B. Zugang zu Arzneimitteln)

10.7% (36 Antworten)

Generationsgerechtes Zusammenleben

9.8% (33 Antworten)

Gewaltschutz im Gesundheitswesen

4.5% (15 Antworten)

Keine Antwort

4.5% (15 Antworten)

Je bekannter und niederschwelliger die Beteiligungsform ist, desto höher das Interesse.

Fast die Hälfte der Befragten (48,5%) zeigt starkes bis sehr starkes Interesse an Befragungen, nur 6% haben daran gar kein Interesse. Es folgen Stellungnahmen mit 45%, die starkes Interesse dafür aufweisen, allerdings auch 12%, die kein Interesse an der Beteiligung in Form von Stellungnahmen haben. 43% der Befragten zeigen ein starkes Interesse an Fokusgruppen und 40% an Gremienarbeit. Rund 35% meinen, dass sie an Begehungen stark interessiert sind.


Wie stark ist ihr Interesse, sich über die jeweilige Methode einzubringen?

1 - sehr stark

2 - stark

3 - mittel

4 - wenig

5 - gar nicht

Befragungen (Umfragen, Telefoninterviews,...)

17.56%

30.95%

29.17%

16.37%

5.95%

Austausch in Fokusgruppen, Workshops,...

13.99%

28.57%

16.37%

19.94%

21.13%

Begehung von Krankenhäusern, Stadtteilen,...

13.39%

22.02%

23.21%

20.24%

21.13%

Stellungnahmen zu Strategien, Gesetze,...

11.01%

33.93%

25.89%

17.56%

11.61%

Mitwirkung in Gremien (Runder Tisch, Bürger:innen-Beirat,...)

15.48%

25%

20.24%

17.86%

21.43%

Es gibt nur wenige Personen (4%) , die meinen, dass Sie bei allen beschriebenen Formaten ein geringes Interesse an Beteiligung haben. Auf einer Skala von (0 -kein Interesse bis 20 sehr hohes Interesse) berichteten alle ein durchschnittliches Interesse von 8-11 Punkten. Stärkere Differenzen zeigen sich nach Form der Beteiligung.

Frauen gaben häufiger an, an Gremienarbeit interessiert zu sein (43%) als Männer (34%), die jedoch im Vergleich dazu mehr Erfahrung mit der Arbeit in Gremien haben. Zudem meinen Frauen häufiger, dass sie an der Mitarbeit in Fokusgruppen Interesse haben (50%) - Männer gaben dies nur zu 30% an.

Junge Menschen haben ebenso ein allgemein höheres Interesse an Beteiligung. In Vergleich zu Älteren nennen sie vor allem Umfragen.

Auch Menschen mit einem akademischen Abschluss zeigen ein höheres Interesse an Formaten, in denen Vorschläge und Maßnahmen kollektiv erarbeitet und diskutiert werden, wie etwa Fokusgruppen, oder Gremienarbeit.

Interesse an Beteiligung (Score 0-20)

Die Beteiligungsbereitschaft ist generell sehr hoch, nimmt aber mit der Höhe der politischen Entscheidungsebene deutlich ab. Die Beteiligung auf lokaler Ebene ist deutlich interessanter: Lokal wollen sich rund 50% oft einbringen, auf Landebene sind es 39%, auf Bundesebene 30% und EU/international nur noch 20%.

Wie häufig möchten Sie sich als Privatperson zu Gesundheitsthemen einbringen?

1 - oft

2 - selten

3 - gar nicht

4 - keine Antwort

Bund

30.06%

46.73%

16.07%

7.14%

Bundesland

38.69%

46.73%

9.82%

4.76%

lokal

48.21%

41.07%

5.95%

4.76%

EU bzw. international

19.35%

41.67%

30.06%

8.93%

Zudem zeigt sich, dass Menschen, denen die Mitwirkung an Entscheidungen vertrauter ist, eher angeben, Interesse an der Mitwirkung an Entscheidungen auf Bundes- oder EU-Ebene zu haben. Das trifft etwa auf Männer sowie auf Akademiker:innen zu. Ältere Menschen haben insgesamt ein geringeres Interesse an häufiger Mitwirkung.

Personen, die sich oft beteiligen wollen, nach Entscheidungsebene

Personen die sich oft Beteiligen wollen

Stellen Sie sich vor, es wird eines der Themen behandelt, das für Sie von Interesse ist. Wie möchten Sie sich beteiligen?

Ich möchte regelmäßig informiert werden.

66.1% (222 Antworten)

Ich möchte meine Meinung punktuell abgeben.

64.9% (218 Antworten)

Ich möchte bei Projekten und Prozessen mitarbeiten (z. B. Teilnahme an Workshops).

33.9% (114 Antworten)

Ich möchte mich intensiver einbringen und mitentscheiden.

28.3% (95 Antworten)

Ich möchte selbstorganisierte Aktivitäten (z. B. in einer Selbsthilfegruppe) umsetzen.

9.2% (31 Antworten)

Häufigkeit und Intensität in der sich Personen einbringen wollen

Insgesamt meinen zwei Drittel der Befragten, dass sie zu Beteiligungsangeboten regelmäßig informiert werden wollen; fast genauso viele möchten punktuell ihre Meinung abgeben. Nur etwa jede:r Dritte will bei Projekten mitarbeiten, noch weniger möchten selbstorganisierte Aktivitäten umsetzen. Je mehr Eigeninitiative und Zeit gefordert werden, desto geringer ist der Anteil derer, die angeben, sich einbringen zu wollen.

Die Bedeutung bekannter, niederschwelliger Beteiligungsformate zeigt sich auch in der Frage, in welchen Prozessen sich die Befragten zu Themen des Gesundheitswesens einbringen wollen.

Auch hier geben die meisten an, dass sie bei Gesundheitsumfragen (54 %) oder bei der Bewertung der Umsetzung von Maßnahmen (52 %) mitwirken wollen. Etwas weniger als die Hälfte (48 %) würde gerne digitale Beteiligungsangebote nutzen.

Im Vergleich dazu ist der Anteil der Personen, die angaben, sich bei der Entwicklung von Gesundheitsinformationen (31 %), Qualitätsstandards (29 %), Strategien (28 %) oder Leitlinien (28 %) einbringen zu wollen, geringer. Die Bewertung von Gesundheitstechnologien (26 %), Planungsinstrumenten (24 %) oder die Zertifizierung von Gesundheitseinrichtungen (14 %) trauen sich nur wenige zu.

Wichtige Themen im Gesundheitswesen werden nach festen Vorgehensweisen bearbeitet, um die Qualität zu sichern und zu verbessern. Zu welchen möchten Sie Ihre Sichtweise einbringen?

an Gesundheitsumfragen teilnehmen (z. B. Österreichische Gesundheitsbefragung)

53.9% (181 Antworten)

Umsetzung von Maßnahmen bewerten (z. B. aus Strategien oder dem Regierungsprogramm)

52.1% (175 Antworten)

Digitale Beteiligung nutzen (z. B. Online-Plattformen für Bürger:innen)

48.2% (162 Antworten)

Gesundheitsinformationen für die Bevölkerung mitentwickeln

31.3% (105 Antworten)

Qualitätsstandards im Gesundheitswesen mitentwickeln

28.9% (97 Antworten)

Strategien und Aktionspläne mitentwickeln (z. B. Kinder- und Jugendgesundheitsstrategie)

27.7% (93 Antworten)

Leitlinien für Behandlungen mitentwickeln (für Gesundheitspersonal und Patient:innen)

27.7% (93 Antworten)

Auswirkungen neuer Gesundheitstechnologien bewerten (z. B. Telemedizin)

26.5% (89 Antworten)

Planungsinstrumente für das Gesundheitswesen bewerten bzw. mitentwickeln (z. B. Versorgung, Standorte von Geräten)

23.8% (80 Antworten)

Zertifizierung von Gesundheitseinrichtungen mitentwickeln

14% (47 Antworten)

Vorgehensweisen bzw. Prozesse, die jene Gruppen bevorzugen, die seltener Angeben, sich zu Gesundheitsthemen einbringen zu wollen

Gruppen die zu einem gerigeren Anteil angeben, sich einbringen zu wollen

Während Männer, die tendenziell seltener angeben, sich bei Themen im Gesundheitswesen einbringen zu wollen, Prozesse bevorzugen, in denen sie Instrumente bzw. Maßnahmen bewerten können, meinen Frauen eher, dass sie an Prozessen beteiligt sein sollten, bei denen sie an der Entwicklung mitwirken können.

Ältere Menschen sind besonders an der Mitentwicklung von Leitlinien interessiert.

Menschen mit höchstens Matura meinen häufiger, dass sie sich an Gesundheitsumfragen beteiligen wollen.

Was braucht es, damit Beteiligung gelingt?

Die wichtigsten Faktoren für eine gelingende Beteiligung sind aus Sicht der Befragten Flexibilität und Transparenz: verständliche Informationen (83 %), zeitliche (88 %) und räumliche Flexibilität (85 %) sowie Feedback zum eigenen Beitrag (86 %) werden daher als essenziell angesehen.

Rund die Hälfte der Befragten hält Weiterbildung (54 %) zur Beteiligung für wichtig. Auch Betreuungsmöglichkeiten und Bezugspersonen, die mitmachen, sind für etwa die Hälfte bedeutsam.

Weniger wichtig sind den Befragten materielle Anreize oder Unterstützungsleistungen zur inklusiven Gestaltung von Angeboten: Barrierefreiheit (39 %), Aufwandsentschädigungen (41 %) und Anerkennung (36 %) werden jeweils von etwas mehr als einem Drittel als wichtig bewertet.

Stellen Sie sich vor, ein für Sie interessantes Thema wird aktuell behandelt. Wie wichtig sind die folgenden Punkte, damit Sie sich beteiligen können?

1 - sehr wichtig

2 - wichtig

3 - weniger wichtig

4 - gar nicht wichtig

zeitliche Flexibilität

54.46%

33.63%

8.93%

2.98%

barrierefreie Veranstaltungsorte

16.07%

22.62%

20.83%

40.48%

räumliche Flexibilität (Online-Formate)

51.79%

32.74%

9.82%

5.65%

Aufwandsentschädigungen (Gutscheine,...)

15.18%

26.19%

34.23%

24.4%

Bezugspersonen, die mitmachen

16.96%

30.06%

28.27%

24.7%

Feedback, was mit meinem Beitrag gemacht wird

50%

36.01%

10.71%

3.27%

Weiterbildung, um mich beteiligen zu können

18.75%

35.12%

29.46%

16.67%

Anerkennung für meinen Beitrag (Nennung in Strategiepapieren, Essenseinladung,…)

12.5%

23.21%

31.55%

32.74%

einfach verständliche Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten (z.B. in meiner Muttersprache)

53.27%

29.76%

11.31%

5.65%

Betreuungsmöglichkeit (z.B. für Kinder und zu pflegende Angehörige)

27.68%

23.51%

16.37%

32.44%

Die folgende Tabelle zeigt, welche Unterstützungsangebote die Befragten als wichtig oder sehr wichtig einschätzen, um selbst teilzunehmen. Unterschieden wird nach Geschlecht, Alter, höchstem Bildungsabschluss, Erwerbssituation und Organisationszugehörigkeit (als Mitarbeiter:in oder Mitglied).

In der Tabelle sind die Werte markiert, bei denen eine Gruppe überdurchschnittlich häufig zugestimmt hat.

Frauen halten Unterstützungsangebote für Beteiligung insgesamt für wichtiger. Besonders wichtig sind ihnen Angebote, die Inklusion fördern, wie Betreuungsmöglichkeiten, die Teilnahme von Bezugspersonen und Barrierefreiheit. Auch motivationale Angebote wie Anerkennung und Aufwandsentschädigungen werden von ihnen häufiger genannt.

Jüngere Menschen sehen ebenfalls einen höheren Unterstützungsbedarf für Beteiligung. Sie nennen besonders häufig Flexibilität, aber auch Weiterbildung und Inklusion. Menschen über 60 Jahre legen dagegen mehr Wert auf verständliche Informationen und Feedback.

Nach Bildungsabschluss zeigt sich: Personen mit höchstens Matura sehen tendenziell mehr Unterstützungsbedarf für Beteiligung. Für sie sind besonders verständliche Informationen, Weiterbildung und Barrierefreiheit wichtig.

Vor allem Menschen in Ausbildung wünschen sich im Vergleich zum Durchschnitt mehr Weiterbildungsmöglichkeiten zur Beteiligung.

Mitglieder von Organisationen legen größeren Wert auf motivationale Angebote und Feedback.

Formen der Unterstützung

Auf die Frage, was den Teilnehmenden, abseits der bereits angesprochenen Themen besonders wichtig ist, um sich beteiligen zu können wurden folgende Themen genannt:

Niederschwelliger Zugang und aktive Einladung zur Beteiligung

Teilnehmende geben an, dass sie sich nur beteiligen können, wenn sie aktiv eingeladen werden und die Beteiligung niederschwellig zugänglich ist. Dazu gehören persönliche Informationen über Beteiligungsmöglichkeiten (z. B. per Brief, E-Mail oder über das SV-Portal) sowie klare Hinweise, wo und wie man sich einbringen kann. Einladungen sollen zudem unaufdringlich sein und auf Freiwilligkeit basieren.

Zeitliche, soziale und organisatorische Rahmenbedingungen

Beteiligung muss in den Alltag integrierbar sein. Besonders für Berufstätige, Menschen mit Betreuungspflichten oder eingeschränkter Mobilität sind flexible, digitale oder hybride Formate wichtig. Gewünscht wird auch eine rechtzeitige Terminbekanntgabe und ggf. Anerkennung als Arbeits- oder Fortbildungszeit. Auch Kontinuität, kinder- und tierfreundliche Räume, Anonymität und Freude an Beteiligung sind wichtig.

Informationsbedarf und Verständlichkeit

Teilnehmende möchten gut vorbereitet sein: verständliche Hintergrundinformationen, klare Ausdrucksweise und Möglichkeit, sich in Themen einzuarbeiten sind dafür wichtig.

Nachvollziehbarkeit und Wirksamkeit

Zielsetzung, Relevanz des eigenen Beitrags und realistische Umsetzbarkeit sollen erkennbar sein. Beteiligung soll Wirkung zeigen und Vorschläge umsetzbar bleiben.

Anerkennung und Unterstützung

Beteiligung benötigt Anerkennung, z. B. durch Freistellung, Aufwandsentschädigung oder Unterstützung durch den Arbeitsplatz.

Commitment und Einbindung von Entscheidungsträger:innen

Veränderung erfordert den Willen aller und die Einbindung von Entscheidungsträger:innen. Beteiligung soll Veränderungen anstoßen.

Transparenz

Ergebnisse sollen öffentlich und nachvollziehbar sein, inkl. Informationen darüber, was umgesetzt wird, was nicht und warum, sowie welche Anpassungen erfolgen.

Klare Kommunikation, Nachvollziehbarkeit und der Abbau von Hemmschwellen werden als zentrale Voraussetzungen für Beteiligung genannt.

Ernsthaftigkeit der Beteiligung

Vorschläge sollen ernst genommen werden und nicht als „Show“ dienen. Erfahrungen aus dem Gesundheitssystem – etwa Überlastung, Ärzt:innenmangel und Bürokratie – sollen ernst genommen werden; Patient:innenbedürfnisse, gleichberechtigter Zugang, Selbstverantwortung und Gesundheitskompetenz sollen gestärkt, Bereiche besser vernetzt und digitale Angebote vereinfacht werden.

Vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten

Teilnehmende wünschen sich lokale Angebote, verschiedene Formate. Darüber hinaus äußern sie den Wunsch, dass auch gesellschaftlich relevante Themen wie Gerechtigkeit im Pensions- und Gesundheitssystem ernsthaft berücksichtigt werden.

Digitale Beteiligung und Infrastruktur

Viele Antworten zeigen den Wunsch nach digitalen Beteiligungsmöglichkeiten. Dazu zählen Online-Zugänge, digitale Medien, strukturierte Plattformen und die Möglichkeit, sich ortsunabhängig zu beteiligen. Die digitale Beteiligung wird als inklusiv und chancengleich beschrieben – besonders für jene, die nicht nach Wien reisen können. Nicht alle können nach Wien in die Hauptstadt reisen.

Inklusion

Alle Bevölkerungsgruppen sollen einbezogen, soziale Vielfalt berücksichtigt und Betroffene direkt beteiligt werden.

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Strategie zur Stärkung der Patienten- und Bevölkerungsbeteitligung wird angemerkt, dass es eine gemeinsame Basis mit abgestimmten Rahmenbedingungen braucht, die subjektive Meinungen durch Expert:innenwissen ergänzt. Offenheit und Kompromissbereitschaft sollen auch kontroverse oder unbequeme Themen einschließen, und die Teilnehmenden sollen den Nutzen ihres Beitrags erkennen.

Abschließend wurden die Teilnehmenden gefragt, wie sie über die Ergebnisse von Beteiligung informiert werden wollen. Die Mehrheit der Befragten bevorzugt E-Mail-Benachrichtigungen zu Entscheidungsergebnissen. Deutlich dahinter folgen Informationen auf Websites (42 %) und Medienberichte (36 %). Online-Treffen interessieren nur etwa jede:n Vierte:n (24 %).

Die meisten wünschen einfache und direkte Informationen statt aktiver Nachverfolgung.

Stellen Sie sich vor, Sie haben sich beteiligt und die Ergebnisse wurden in den größeren Entscheidungsprozess eingebracht. Was brauchen Sie, um vom Ergebnis zu erfahren und die Umsetzung der Entscheidung zu unterstützen?

E-Mail-Nachricht

85.4% (287 Antworten)

Website mit allen Infos zu Beteiligungsprozessen

42.3% (142 Antworten)

Bericht in den Medien

35.7% (120 Antworten)

Online-Treffen, in dem offen gelegt wird, welche Entscheidungen getroffen wurden

24.1% (81 Antworten)

kein Bedarf an weiteren Informationen

3.3% (11 Antworten)

Sonstiges

0.6% (2 Antworten)

Wer hat an der Umfrage teilgenommen?

Für die Umfrage wurden 6.000 Personen zufällig aus dem Melderegister ausgewählt und per Post eingeladen. Zusätzlich konnten sich Interessierte über den Newsletter von gesundheit.gv beteiligen.

Von den Teilnehmenden waren 62 % Frauen und 38 % Männer. Menschen über 60 Jahre haben sich seltener beteiligt als jüngere.

Etwa die Hälfte hatte einen Hochschulabschluss, womit Akademiker:innen überrepräsentiert sind.

Unter den Befragten waren zudem 69 % erwerbstätig, also etwas weniger als im österreichweiten Durchschnitt (74 %). Besonders bei Männern war der Anteil der Erwerbstätigen niedriger als in der Gesamtbevölkerung.

Regional waren die Teilnehmenden gut verteilt, jedoch kamen überdurchschnittlich viele aus Niederösterreich (23 % statt 19 %).

Geschlecht

Alter

Höchste abgeschlossene Ausbildung

Wohnort

Haupttätigkeit

Haupttätigkeit der Frauen

Haupttätigkeit der Männer

Aktuelle Veranstaltungen

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    Vergangene Veranstaltungen

    • Veranstaltungsdatum: Oktober 3., 2025 von 10:00 bis 16:30.

      Teilnehmende

      17 Teilnehmende

    1 Veranstaltung geladen.