Unterstützung der Anamnesekompetenz von Schmerzpatienten
Von "Ideenbox"
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Mehrfache chronische Schmerzen sind schwer zu deuten. Ärzte sind sehr frustriert, wenn man Fragen nicht gewiss beantworten kann.
Wann auch immer meine Freunde und Familie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, stelle ich die offensichtlichen Fragen - und sie können kaum antworten. Wie häufig sind die Schmerzen? Wo tut es am meisten weh? Sie wissen nicht mal, ob die Schmerzen konstant sind oder nicht. Ich verstehe das, weil es mir anfangs genauso ging. Chronische Schmerzen sind desorientierend, und Besonderheiten der Wahrnehmung - wie beim Autismus - erschweren die Aufgabe enorm. Die ersten paar Arztbesuche sind immer ein Desaster.
Schmerztagebücher sind sehr aufwendig, vor allem bei Ganzkörperschmerzen. Kaum jemand setzt sie lange fort. Mein Rat ist immer, einen Schmerz auf einmal zu verfolgen und zu prüfen, ob er jemals fehlt. Die Gewissheit, ob man jeden Morgen Kieferschmerzen oder nach jeder Mahlzeit Magenschmerzen hat, ist Ärzten sehr nützlich.
Letztendlich muss festgestellt werden, dass Patienten keine Datenquellen sind, die man rein analytisch behandeln soll. Schmerzen akkurat zu deuten, zu orten, und zu kommunizieren ist eine vernachlässigte Fertigkeit, auf der sich das Gesundheitssystem als Ganzes verlässt.
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